Wäsche-Größen & Gradierung: Herren, Damen, Kinder
Passform ist bei Wäsche der häufigste Grund für Retouren und Nachbestellungen, die ausbleiben. Wer Größenreihe und Gradierung von Anfang an sauber festlegt, verkauft konstanter und spart teure Korrekturen. Dieser Leitfaden erklärt das System für Käufer.
Größenreihe vs. Gradierung — der Unterschied
Die Größenreihe legt fest, welche Größen Sie führen; die Gradierung legt fest, wie sich die Maße von Größe zu Größe verändern.
- Die Größenreihe ist Ihre Auswahl, zum Beispiel S, M, L, XL, 2XL.
- Die Gradierung definiert die Sprünge dazwischen — etwa Brust-, Taillen- und Längenmaße je Stufe.
Beide gehören ins Tech Pack. Fehlen sie, entwickelt ein guter Hersteller sie aus einem Referenzmuster — aber die Freigabe treffen Sie.
Das numerische 4/5-System verstehen
Viele Wäschesortimente nutzen neben Buchstaben ein numerisches System, in dem Zahlen für Größen stehen. Zur Orientierung:
- 4 entspricht XL
- 5 entspricht XXL
Sembol führt beide Systeme — numerische Größen (4, 5) ebenso wie L, XL und 2XL. Der Vorteil des numerischen Systems: Es ist sprachunabhängig und im Export über Märkte hinweg eindeutig, in denen S/M/L unterschiedlich ausfallen. Legen Sie in Ihrem Tech Pack klar fest, welche Zahl welchem Maßsatz entspricht, damit es keine Verwechslungen gibt.

Herren, Damen, Kinder — je eigene Logik
Jede Zielgruppe verlangt eine eigene Größentabelle:
- Herren: meist um Brust- und Taillenumfang aufgebaut; Boxershorts und Slips folgen dem Taillenmaß, Unterhemden dem Brustmaß.
- Damen: stärker figurorientiert; Tops und Camisoles brauchen saubere Abstufung an Brust und Länge, Slips am Hüftmaß.
- Kinder: meist nach Alter oder Körpergröße gestaffelt; hier sind Sicherheit und ein babytauglicher, schadstoffgeprüfter Stoff (OEKO-TEX Klasse I) besonders wichtig.
Mischen Sie die Logiken nicht — eine Kinderreihe nach Herrenschema führt zu Fehlkäufen.
Den Größensplit richtig planen
Sie produzieren nicht in allen Größen gleich viel. Ein typischer Split legt das Gewicht auf die mittleren Größen, weil dort die Nachfrage sitzt. Zwei praktische Regeln:
- Führen Sie den Split ins Tech Pack, damit die MOQ realistisch auf die Größen verteilt ist — nicht zu Ladenhütern in Randgrößen.
- Passen Sie den Split nach den ersten Verkäufen an. Echte Verkaufsdaten sind der beste Ratgeber für die Nachbestellung.
Passform vor der Serie prüfen
Geben Sie niemals eine Serie frei, ohne die Gradierung an echten Mustern geprüft zu haben. Vor der Produktion:
- Mustern Sie mindestens die kleinste, eine mittlere und die größte Größe — so sehen Sie, ob die Sprünge über die ganze Reihe stimmen.
- Prüfen Sie die Maße nach dem Waschen, denn Baumwolle schrumpft. Ein sauberes Tech Pack nennt Fertigmaße nach Wäsche.
- Kontrollieren Sie kritische Stellen: Bundweite und Rückformung, Beinöffnung bei Boxershorts, Trägerlänge bei Camisoles, Halsausschnitt bei Unterhemden.
Erst nach dieser Freigabe läuft die Serie.
Warum der Hersteller die Gradierung tragen sollte
Ein Hersteller mit eigener Musterei und durchgängiger Qualitätskontrolle (bei uns ISO 9001) kann eine Gradierung aufbauen, an echten Teilen prüfen und über Nachbestellungen hinweg exakt wiederholen. Weil Sembol vom Garn bis zum Teil selbst fertigt, bleiben Stoffgewicht und Schrumpf über Chargen stabil — die Größe der Nachbestellung passt zur Größe des Erstauftrags.
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